Was mit den Mitarbeitern passiert
Wer einen Betrieb übernimmt, übernimmt die Belegschaft. Nicht als Entscheidung, sondern von Gesetzes wegen.
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- 4 Abschnitte
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Bei einem Betriebsübergang treten die bestehenden Arbeitsverhältnisse kraft Gesetzes auf den Erwerber über.
- Der Grundsatz
- Was mitkommt
- Kündigungen rund um den Übergang
- Kollektivvertrag und Betriebsvereinbarungen
Inhalt · 5 Abschnitte
Der Grundsatz
Das Arbeitsvertragsrechts-Anpassungsgesetz regelt, was bei einem Betriebsübergang mit den Arbeitsverhältnissen geschieht: Sie gehen auf den Erwerber über. Es braucht dafür keine neuen Verträge und keine Zustimmung des Übernehmers. Er tritt als Arbeitgeber in die bestehenden Verhältnisse ein, so wie sie sind. Das gilt unabhängig davon, ob der Betrieb durch Kauf, Pacht oder auf andere Weise übergeht.
Was mitkommt
Mit dem Arbeitsverhältnis kommen die Dinge, die daran hängen: die Dauer der Betriebszugehörigkeit und damit alles, was sich daran bemisst, offene Urlaubsansprüche, Zeitguthaben, vereinbarte Zulagen und Sonderrechte. Für den Übernehmer heißt das, dass ein langjähriger Mitarbeiter ein anderer Kostenfaktor ist als eine Neueinstellung — und dass diese Ansprüche im Kaufpreis eine Rolle spielen sollten. Genau deshalb gehören Personalstand, Eintrittsdaten und offene Ansprüche zu den Unterlagen, die man vor dem Kauf sehen will.
Kündigungen rund um den Übergang
Der Übergang selbst ist kein Kündigungsgrund. Eine Kündigung, die deshalb ausgesprochen wird, ist unzulässig — weder der Übergeber kann die Belegschaft vor der Übergabe für den Käufer verkleinern, noch der Käufer unmittelbar danach. Betriebsbedingte Veränderungen sind damit nicht für alle Zeit ausgeschlossen, aber sie brauchen eigene, vom Übergang unabhängige Gründe. Wer mit dem Plan kauft, gleich zu reduzieren, sollte das vorher arbeitsrechtlich prüfen lassen.
Kollektivvertrag und Betriebsvereinbarungen
Auch die kollektive Ebene wandert nicht einfach mit dem Firmenschild. Welcher Kollektivvertrag nach dem Übergang gilt und was mit bestehenden Betriebsvereinbarungen passiert, hängt davon ab, wie sich die Zuordnung des Betriebs ändert. Wenn der übernommene Betrieb in eine andere fachliche Zuordnung fällt als bisher, kann sich der anzuwendende Kollektivvertrag ändern — mit Folgen für Löhne und Einstufungen. Das ist einer der Punkte, die man vor der Kalkulation klärt und nicht danach.
Die Personalkosten sind der größte Posten und werden zuletzt angesehen
Beim Kaufpreis wird um Prozente gerungen, während die Lohnkosten der nächsten Jahre unbesehen mitübernommen werden. Dabei sind sie in den meisten Betrieben der größte laufende Block, und sie liegen offen: Dienstzettel, Lohnkonten, Urlaubsstände. Wer sie nicht sehen darf, sollte sich fragen, warum.
Aus der Begleitung, nicht aus dem Merkblatt.
Wir übernehmen die Formalitäten.
Gewerbeanmeldung, SVS-Meldung, NeuFöG und UID zum Fixpreis. Du unterschreibst einmal, den Rest erledigen wir.
Kann ich einzelne Mitarbeiter ausnehmen?
Nein. Liegt ein Betriebsübergang vor, gehen die Arbeitsverhältnisse über, ohne dass sich der Erwerber einzelne aussuchen kann. Wie sich einzelne Konstellationen darstellen, insbesondere Widerspruchsrechte auf Arbeitnehmerseite, ist ein arbeitsrechtliches Thema für den Einzelfall.
Gilt das auch, wenn ich nur Maschinen und Kundenstock kaufe?
Es kommt nicht auf die Bezeichnung des Vertrags an, sondern darauf, ob eine wirtschaftliche Einheit ihre Identität behält und fortgeführt wird. Auch wer meint, nur Einzelteile zu kaufen, kann damit einen Betriebsübergang auslösen. Diese Beurteilung gehört zum Anwalt.
Hafte ich für Löhne aus der Zeit davor?
Für offene Ansprüche aus der Zeit vor dem Übergang bestehen eigene Haftungsregeln, die zwischen Übergeber und Erwerber verteilen. Wie sie im konkreten Fall greifen und was der Kaufvertrag dazu regeln sollte, klärt der Anwalt vor der Unterschrift.
Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechts-, Steuer- oder Förderberatung. Voraussetzungen, Beträge und Fristen ändern sich; verbindlich sind die Auskünfte der jeweiligen Stelle — Gewerbebehörde, SVS, Finanzamt, AMS oder Förderstelle. Geprüft am 29.07.2026.