Häufige Fragen
Fragen, die vor der Gründung wirklich gestellt werden.
Keine Sammlung von Selbstverständlichkeiten, sondern die Fragen, die in Erstgesprächen tatsächlich kommen — mit Antworten, die auch dann klar ausfallen, wenn sie gegen das teurere Paket sprechen.
Gewerbe und Behörden
Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden?
Vor dem ersten Auftrag, nicht ab einem bestimmten Umsatz. Österreich kennt keine Bagatellgrenze, ab der die Anmeldepflicht erst einsetzt — das ist der häufigste Irrtum, und er stammt aus deutschen Ratgebern. Maßgeblich ist die Gewerbsmäßigkeit: Wer selbstständig, regelmäßig und mit Ertragsabsicht tätig wird, braucht die Gewerbeberechtigung ab der ersten Tätigkeit. Auch nebenberuflich, auch bei kleinen Beträgen. Wer erst später anmeldet, riskiert eine Strafe und muss Sozialversicherungsbeiträge rückwirkend nachzahlen. Nicht unter die Gewerbeordnung fallen die Neuen Selbständigen, etwa Vortragende oder Künstlerinnen — sozialversicherungspflichtig sind sie trotzdem.
Wo melde ich mein Gewerbe an?
Bei der Gewerbebehörde deines Standorts: das ist die Bezirkshauptmannschaft, in Statutarstädten der Magistrat, in Wien das Magistratische Bezirksamt. Ein freies Gewerbe kannst du auch online über das Unternehmensserviceportal anmelden. Entscheidend ist nicht der Kanal, sondern die Einstufung davor: Wer sein Gewerbe falsch zuordnet, meldet beim richtigen Amt das falsche an. Die Wirtschaftskammer hilft bei der Einstufung kostenlos, und über sie läuft auch die NeuFöG-Erklärung, die dir Gebühren spart.
Was ist ein Gewerbeschein, und wie bekomme ich einen?
Den Gewerbeschein als Dokument gibt es in dieser Form nicht mehr. Seit das Gewerberegister als GISA geführt wird, entsteht deine Berechtigung mit dem Eintrag; der Nachweis ist ein GISA-Auszug, den du jederzeit selbst abrufen kannst. Wie du hinkommst, hängt an der Einstufung: Bei einem freien Gewerbe entsteht die Berechtigung mit der Anmeldung, du darfst also sofort loslegen. Bei einem reglementierten Gewerbe erst, wenn der Befähigungsnachweis anerkannt ist — und genau dort entstehen die Wochen, die Gründerinnen und Gründer nicht eingeplant haben.
Wie viele Gewerbe darf ich gleichzeitig anmelden?
So viele, wie du tatsächlich ausübst. Eine Obergrenze gibt es nicht, und mehrere freie Gewerbe nebeneinander sind völlig üblich. Jedes braucht aber eine eigene Anmeldung, und bei reglementierten Gewerben jeweils einen eigenen Befähigungsnachweis. Wer auf Vorrat anmeldet, zahlt am Ende nur mehr Verwaltung: Ein ruhend gemeldetes Gewerbe kostet nichts, ein aktives ohne Umsatz sehr wohl.
Gründung und Rechtsform
Was ist ein Einzelunternehmen — und ist es eine juristische Person?
Nein, ein Einzelunternehmen ist keine juristische Person. Du und das Unternehmen seid dieselbe Rechtsperson, deshalb haftest du unbeschränkt mit deinem Privatvermögen. Genau das ist der Unterschied zur GmbH, und der einzige, der bei der Rechtsformwahl wirklich zählt. Dafür brauchst du kein Stammkapital, keinen Notar und keinen Firmenbucheintrag: Das Gewerbe anmelden genügt. Ab einer gesetzlichen Umsatzschwelle wirst du rechnungslegungspflichtig und ins Firmenbuch eingetragen — dann heißt du „eingetragener Unternehmer", kurz e.U. Die Rechtsform ändert sich dadurch nicht.
Wer kann eine GmbH gründen, und wie schnell geht das?
Jede natürliche oder juristische Person, auch allein und auch ohne österreichische Staatsbürgerschaft oder Wohnsitz. Was du brauchst, ist Stammkapital von mindestens 10.000 Euro, davon die Hälfte bar eingezahlt, einen Gesellschaftsvertrag als Notariatsakt und die Eintragung ins Firmenbuch. Zur Dauer eine ehrliche Antwort: Nicht der Notar ist der Engpass, sondern die Bank. Ohne Bestätigung über die eingezahlte Bareinlage gibt es keine Eintragung, und manche Banken brauchen dafür Wochen und wollen alle Gesellschafter persönlich sehen. Deshalb klären wir die Bankfrage zuerst.
Wie mache ich mich selbstständig, und wie viel Geld brauche ich dafür?
In dieser Reihenfolge: Tätigkeit einstufen (freies oder reglementiertes Gewerbe), Rechtsform wählen, NeuFöG-Erklärung bei der Wirtschaftskammer holen, Gewerbe anmelden, SVS-Anmeldung, Steuernummer beim Finanzamt. Beim Einzelunternehmen mit freiem Gewerbe brauchst du dafür kein Startkapital — die Gründung selbst ist über das NeuFöG weitgehend gebührenbefreit. Das Geld brauchst du für etwas anderes: die Monate, in denen die SVS schon Beiträge will und die ersten Rechnungen noch nicht bezahlt sind. Plane diesen Puffer, nicht die Gründungsgebühren.
Brauche ich wirklich eine GmbH, oder reicht ein Einzelunternehmen?
Für die meisten Gründungen reicht das Einzelunternehmen. Rund 83 Prozent aller Neugründungen in Österreich laufen so, und das ist kein Kompromiss, sondern der Normalfall. Die GmbH lohnt sich, wenn du dein Privatvermögen vom Geschäftsrisiko trennen willst, Gesellschafter aufnimmst oder mit Auftraggebern arbeitest, die eine Kapitalgesellschaft erwarten. Wer ohne diese Gründe zur GmbH greift, bindet 10.000 Euro Stammkapital und übernimmt Bilanzierungspflicht für einen Schutz, den er nicht braucht.
Lohnt sich die FlexCo für mein Startup?
Nur wenn du Mitarbeiter beteiligen willst. Das ist der einzige echte Unterschied zur GmbH: Die FlexCo kennt Unternehmenswert-Anteile, deren Übertragung keinen Notariatsakt braucht. Ohne konkreten Beteiligungsplan bekommst du eine jüngere, weniger eingeführte Rechtsform mit mehr Erklärungsaufwand bei Banken und Vertragspartnern — und keinen Gegenwert. Die Zahlen bestätigen das: Seit Einführung 2024 gab es rund 1.300 FlexCo-Eintragungen, während weiterhin mehrere tausend GmbHs pro Jahr gegründet werden.
Kann ich nebenberuflich gründen, während ich angestellt bin?
Ja, und für viele ist das der vernünftigste Start. Zu klären sind drei Dinge: ob dein Dienstvertrag eine Nebenbeschäftigung meldepflichtig macht, ob du bei der SVS in die Mehrfachversicherung fällst, und ob du unter der Kleinunternehmergrenze bleibst. Keiner dieser Punkte spricht gegen die Gründung, aber alle drei überraschen Leute, die sie nicht vorher geklärt haben.
Was ist der Unterschied zwischen freiem und reglementiertem Gewerbe?
Beim freien Gewerbe brauchst du keinen Qualifikationsnachweis, beim reglementierten einen Befähigungsnachweis. Diese Einstufung entscheidet über deinen gesamten Zeitplan: Ein freies Gewerbe ist häufig am selben Tag angemeldet, ein reglementiertes kann Wochen dauern. Fehlt dir der Nachweis, ist die Gründung nicht blockiert — ein gewerberechtlicher Geschäftsführer kann ihn einbringen. Und wer Praxis, aber keine Prüfung hat, sollte die individuelle Befähigung prüfen lassen; sie wird selten von selbst vorgeschlagen.
Ist ein „Kleingewerbe" in Österreich eine eigene Rechtsform?
Nein. „Kleingewerbe" ist in Österreich kein Rechtsbegriff, der Ausdruck stammt aus Deutschland. Wer ihn verwendet, meint praktisch immer ein Einzelunternehmen kleinen Umfangs, das die Kleinunternehmerregelung nutzt. Das ist mehr als Wortklauberei: Wer zum Thema deutsche Ratgeber liest, überträgt Grenzen und Regeln, die hier nicht gelten.
Kosten und Dauer
Was kostet eine Gründung wirklich?
Beim Einzelunternehmen im Wesentlichen die Gewerbeanmeldung, die über das NeuFöG bei Neugründung häufig gebührenbefreit ist — die Gründung selbst ist damit sehr günstig. Bei der GmbH kommen zum Stammkapital von mindestens 10.000 Euro (davon die Hälfte bar) noch Notariatsakt und Firmenbuch-Gebühren. Wichtig ist die Unterscheidung: Das Stammkapital bleibt dein Geld, es liegt nur in der Gesellschaft. Die echten Kosten sind Notar, Gericht und Beratung. Wer nur das Kapital einplant, unterschätzt die Gründung.
Wie lange dauert eine Gründung?
Beim Einzelunternehmen mit freiem Gewerbe oft nur Tage. Bei der GmbH bestimmen zwei Faktoren die Dauer, die viele unterschätzen: der Notartermin und die Kontoeröffnung. Ohne Bankbestätigung über die eingezahlte Bareinlage gibt es keine Firmenbuch-Eintragung, und manche Banken brauchen dafür Wochen und wollen alle Gesellschafter persönlich sehen. Deshalb steht die Bankfrage in unserem Ablauf ganz vorne und nicht am Ende.
Ist euer Fixpreis wirklich fix?
Ja für unsere Leistung, nein für Fremdkosten. Notariatskosten und Firmenbuch-Gebühren sind behördliche Posten, die direkt durchlaufen und bei GmbH und FlexCo zum Paketpreis dazukommen. Beim Einzelunternehmen fallen sie in der Regel gar nicht an. Was in deinem Fall konkret dazukommt, sagen wir dir im Erstgespräch, bevor du zusagst. Ein Fixpreis, der auf der Rechnung wächst, wäre keiner.
Steuern und Abgaben
Was ist Umsatzsteuer, und wie hoch ist sie in Österreich?
Die Umsatzsteuer ist eine Steuer auf deinen Verkauf, die du für das Finanzamt einhebst — sie gehört nie dir. Der Normalsteuersatz beträgt 20 Prozent, ermässigt sind es 10 Prozent (unter anderem Lebensmittel, Bücher, Vermietung zu Wohnzwecken) und 13 Prozent (unter anderem Kulturveranstaltungen, Wein ab Hof). Für dich als Unternehmerin ist sie ein durchlaufender Posten: Was du einnimmst, führst du ab, was du selbst an Umsatzsteuer zahlst, ziehst du als Vorsteuer gegen. Der teure Fehler liegt genau darin — wer die eingehobene Umsatzsteuer als Umsatz verbucht und ausgibt, steht bei der ersten Voranmeldung ohne das Geld da.
Was ist der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer?
Keiner. „Umsatzsteuer" ist der Rechtsbegriff aus dem Umsatzsteuergesetz, „Mehrwertsteuer" der Alltagsbegriff für dieselbe Sache. Auf deiner Rechnung schreibst du korrekt „USt" — das ist keine Formalie, sondern Teil der Rechnungsmerkmale, an denen dein Kunde seinen Vorsteuerabzug hängt. Fehlt ein Merkmal, verliert er den Abzug und du bekommst die Rechnung zurück.
Was ist die Kleinunternehmerregelung?
Eine Befreiung von der Umsatzsteuer bis zu einem Jahresumsatz von 55.000 Euro brutto. Seit 2025 ist das eine Bruttogrenze, die fiktive Umsatzsteuer wird also nicht mehr herausgerechnet — wer noch mit der alten Netto-Logik plant, verrechnet sich. Dazu kommt eine Toleranz von 10 Prozent, also bis 60.500 Euro. Der Preis der Befreiung: kein Vorsteuerabzug. Ob sich das rechnet, hängt an deiner Kundschaft, nicht an deiner Umsatzhöhe.
Welcher Posten wird bei Gründungen am häufigsten unterschätzt?
Die SVS-Nachbemessung im dritten Jahr. In den ersten Jahren schreibt die Sozialversicherung vorläufige Beiträge auf Basis der Mindestbeitragsgrundlage vor, weil dein tatsächlicher Gewinn noch nicht bekannt ist. Sobald der erste Einkommensteuerbescheid vorliegt, wird rückwirkend nachbemessen — und zwar genau dann, wenn auch die laufenden Beiträge steigen. Wer gut gestartet ist, bekommt beides gleichzeitig. Leg von Anfang an monatlich zurück, getrennt vom Geschäftskonto.
Zahle ich SVS-Beiträge auch ohne Gewinn?
Ja. Die Mindestbeitragsgrundlage gilt unabhängig davon, ob du Gewinn machst. Wer ein Gewerbe angemeldet hat und nichts verdient, zahlt trotzdem. Deshalb ist die Ruhendmeldung kein Formalismus: Wenn du länger pausierst, spart sie echtes Geld. Wer dagegen einfach aufhört zu arbeiten, ohne zu melden, bleibt formal aktiv und beitragspflichtig.
Soll ich die Kleinunternehmerregelung nutzen?
Das hängt an deiner Kundschaft. Bei Privatkunden ist dein Preis ohne Umsatzsteuer schlicht günstiger, das ist ein echter Vorteil. Bei Geschäftskunden ist die Umsatzsteuer ein durchlaufender Posten — dort bringt dir die Befreiung keinen Preisvorteil, kostet dich aber den Vorsteuerabzug. Wer am Anfang viel investiert, verschenkt so bares Geld. Und Vorsicht beim Verzicht auf die Befreiung: Der bindet dich mehrere Jahre.
Was passiert, wenn ich die Kleinunternehmergrenze mitten im Jahr reiße?
Es gibt eine Toleranz von zehn Prozent: Bis dahin bleibt die Befreiung im laufenden Jahr erhalten und fällt erst ab dem Folgejahr weg. Überschreitest du auch die Toleranzgrenze, entfällt die Befreiung ab dem Umsatz, mit dem du sie reißt, und für alle danach. Das ist der teure Fall, denn die Umsatzsteuer wird rückwirkend fällig, während du sie deinen Kunden nicht mehr nachverrechnen kannst. Wer im Grenzbereich arbeitet, sollte laufend mitrechnen.
Zusammenarbeit mit uns
Ersetzt ihr meinen Steuerberater?
Nein. Wir übernehmen die Gründung und die Behördenwege, nicht die laufende Steuerberatung. Bei der GmbH gehört ein Erstgespräch mit dem Steuerberater ohnehin zum Paket, weil Bilanzierungspflicht und Geschäftsführerbezüge früh geklärt sein wollen. Wenn du noch keinen hast, stellen wir den Kontakt her.
Was, wenn ich nach dem Erstgespräch feststelle, dass ich doch nicht gründen will?
Dann ist das ein gutes Ergebnis. Ein Erstgespräch, das zu „noch nicht" oder „so nicht" führt, hat dir mehr gespart als gekostet. Wir verkaufen kein Paket, das nicht passt — wenn das Einzelunternehmen reicht, sagen wir das, auch wenn die GmbH das teurere Angebot wäre.
Nach welchen Kriterien empfehlt ihr Anbieter?
Nach Gründungstauglichkeit — welches Konto die Einzahlungsbestätigung fürs Firmenbuch liefert, welche Software das österreichische Steuerrecht kann. Diese Kriterien stehen auf jeder Vergleichsseite offen, bevor eine Empfehlung fällt, damit du deinen eigenen Kandidaten dagegen prüfen kannst. Solange wir eine Kategorie nicht selbst geprüft haben, zeigen wir dort keine Rangliste, sondern nur die Kriterien und die Einordnung nach Rechtsform.
Die Antworten sind eine allgemeine Orientierung und ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung. Beträge und Grenzen ändern sich; die in deinem Fall gültigen Werte erfährst du beim Finanzamt, bei der SVS oder der Wirtschaftskammer.