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Steuern & Abgaben

Umsatzsteuer für Gründerinnen und Gründer

Die Umsatzsteuer ist für dich ein durchlaufender Posten: Du kassierst sie von deinen Kunden und führst sie ans Finanzamt ab. Was du selbst an Umsatzsteuer bezahlt hast, ziehst du als Vorsteuer gegen.

  • Geprüft am
  • 7 Abschnitte
  • 4 Min Lesezeit
Wohin das Geld läuft

Umsatzsteuer auf deiner Rechnung

  1. Kunde zahlt
  2. Du kassierst
  3. Finanzamt

Die Vorsteuer aus deinen Einkäufen läuft in die Gegenrichtung. Abgeführt wird die Differenz.

Die Umsatzsteuer gehört dir zu keinem Zeitpunkt. Sie als Umsatz zu verplanen ist der häufigste Liquiditätsfehler von Gründern.
Inhalt · 8 Abschnitte
  1. 01Das Grundprinzip
  2. 02Umsatzsteuervoranmeldung
  3. 03Vorsteuerabzug
  4. 04Was auf einer Rechnung stehen muss
  5. 05Ist- oder Soll-Besteuerung
  6. 06Reverse Charge und die Zusammenfassende Meldung
  7. 07Wenn Kunden im Ausland sitzen
  8. 08Häufige Fragen

Das Grundprinzip

Du schlägst auf deine Leistung Umsatzsteuer auf und weist sie auf der Rechnung aus. Dieses Geld gehört nicht dir, du verwahrst es nur bis zur Abfuhr. Im Gegenzug holst du dir die Umsatzsteuer zurück, die dir andere Unternehmen verrechnet haben. Abgeführt wird die Differenz.

An einer Ladentheke reicht eine Verkäuferin ein eingepacktes Paket über den Tresen.
Kassiert wird sie beim Verkauf, abgeführt an das Finanzamt. Dazwischen gehört sie dir nicht.
Wohin die Umsatzsteuer läuft

Oben die Umsatzsteuer, die du kassierst und weitergibst. Unten die Vorsteuer, die du dir zurückholst. Abgeführt wird die Differenz.

Umsatzsteuer auf deiner RechnungVorsteuer aus deinen EinkäufenKundeDuFinanzamt

Umsatzsteuervoranmeldung

Die Voranmeldung meldest du regelmäßig über FinanzOnline, je nach Umsatzhöhe monatlich oder vierteljährlich. Die Zahllast ist zum jeweiligen Fälligkeitstermin zu überweisen. Die genauen Fristen und den für dich geltenden Rhythmus bekommst du vom Finanzamt mitgeteilt.

Was die Voranmeldung verlangt

Der Rhythmus hängt an deinem Vorjahresumsatz und wird dir vom Finanzamt vorgegeben — du wählst ihn nicht.

Rhythmus
monatlich oder vierteljährlich, je nach Umsatzhöhe
Was gemeldet wird
Umsatzsteuer minus Vorsteuer des Zeitraums
Frist
terminiert und unabhängig davon, ob du zahlst oder ein Guthaben hast
Bei Versäumnis
Verspätungszuschlag, unabhängig vom Betrag

Vorsteuerabzug

Vorsteuer ziehst du nur aus ordnungsgemäßen Rechnungen. Fehlt ein Pflichtbestandteil, etwa die UID des Leistenden bei größeren Beträgen, ist der Abzug gefährdet. Deshalb ist die Rechnungsprüfung kein Formalismus, sondern bares Geld.

Was auf einer Rechnung stehen muss

Der Vorsteuerabzug hängt an der Rechnung, und zwar an ihrer Form. Fehlt ein Pflichtmerkmal, kann das Finanzamt den Abzug verweigern — auch wenn die Leistung unstrittig erbracht und bezahlt wurde. Verlangt sind unter anderem Name und Anschrift beider Seiten, Menge und Bezeichnung der Leistung, der Leistungszeitraum, das Entgelt, der Steuersatz und der Steuerbetrag, ein Ausstellungsdatum, eine fortlaufende Nummer und deine UID. Ab einem bestimmten Rechnungsbetrag kommt die UID des Empfängers dazu. Für Kleinbetragsrechnungen gelten Erleichterungen. Rechnungsmerkmale sind damit kein Formalismus, sondern bares Geld.

Ist- oder Soll-Besteuerung

Die Frage entscheidet, wann die Umsatzsteuer fällig wird. Bei der Ist-Besteuerung schuldest du sie, sobald dein Kunde bezahlt hat; bei der Soll-Besteuerung bereits, sobald du die Rechnung gestellt hast. Für Gründer ist die Ist-Besteuerung fast immer die bessere Variante, weil sie verhindert, dass du Steuer abführst, die noch niemand an dich überwiesen hat. Wer unter bestimmten Voraussetzungen fällt, kommt automatisch in die Ist-Besteuerung; sonst lässt sich der Wechsel beantragen. Ein Gespräch von zehn Minuten, das im ersten schlechten Zahlungsmonat viel wert ist.

Reverse Charge und die Zusammenfassende Meldung

Bei Leistungen zwischen Unternehmen über die Grenze geht die Steuerschuld auf den Empfänger über. Du stellst dann ohne Umsatzsteuer aus, mit einem Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld und der UID deines Kunden — und umgekehrt schuldest du die Steuer selbst, wenn du solche Leistungen einkaufst. Für innergemeinschaftliche Leistungen und Lieferungen kommt zusätzlich die Zusammenfassende Meldung dazu, die getrennt von der Voranmeldung abzugeben ist. Wer das erste Mal ins EU-Ausland fakturiert, sollte diesen Punkt vorher klären und nicht im Nachhinein.

Wenn Kunden im Ausland sitzen

Bei Leistungen an Unternehmen in anderen EU-Ländern geht die Steuerschuld in vielen Fällen auf den Empfänger über (Reverse Charge), du brauchst dafür eine UID-Nummer. Das ist einer der Punkte, an denen sich Fehler teuer summieren, deshalb gehört er vor der ersten Auslandsrechnung geklärt.

Häufigster Fehler

Die Umsatzsteuer wird als Einnahme verplant

Der teuerste Anfängerfehler: Die vereinnahmte Umsatzsteuer liegt am Konto und fühlt sich wie Umsatz an. Sie gehört aber dem Finanzamt. Wer sie ausgibt, steht beim nächsten Fälligkeitstermin ohne Liquidität da. Leg sie ab dem ersten Monat separat zurück.

Aus der Begleitung, nicht aus dem Merkblatt.

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Wir übernehmen die Formalitäten.

Gewerbeanmeldung, SVS-Meldung, NeuFöG und UID zum Fixpreis. Du unterschreibst einmal, den Rest erledigen wir.

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Häufige Fragen
Wie hoch ist die Umsatzsteuer in Österreich?

Der Normalsatz liegt bei 20 Prozent. Daneben gibt es ermäßigte Sätze für bestimmte Leistungen, etwa Lebensmittel, Bücher, Personenbeförderung oder Beherbergung. Welcher Satz für deine Leistung gilt, entscheidet nicht die Branche, sondern die konkrete Leistung — bei gemischten Angeboten ist genau das die Fehlerquelle.

Was ist der Unterschied zwischen Mehrwertsteuer und Umsatzsteuer?

In Österreich ist Umsatzsteuer der gesetzliche Begriff, Mehrwertsteuer die umgangssprachliche Bezeichnung derselben Steuer. Ein sachlicher Unterschied besteht nicht. Auf Rechnungen ist „Umsatzsteuer" oder „USt" die korrekte Bezeichnung.

Wann muss ich die Umsatzsteuer abführen?

Die Umsatzsteuervoranmeldung ist fristgebunden und läuft je nach Umsatzhöhe monatlich oder vierteljährlich. Welcher Rhythmus für dich gilt, sagt dir das Finanzamt bei der Meldung deiner Tätigkeit. Die Frist ist kein Richtwert: Verspätete Meldungen lösen Zuschläge aus, und zwar unabhängig davon, ob du zahlst oder ein Guthaben hast.

Was ist Vorsteuer?

Vorsteuer ist die Umsatzsteuer, die dir andere Unternehmen in Rechnung stellen. Als vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen holst du sie dir vom Finanzamt zurück, sofern die Rechnung alle gesetzlichen Merkmale trägt. Eine formal fehlerhafte Rechnung kostet dich also bares Geld — das ist der Grund, warum Rechnungsmerkmale mehr sind als Formalismus.

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Orientierung und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Beträge, Grenzen und Fristen ändern sich; die im Einzelfall gültigen Werte erfährst du beim Finanzamt, bei der SVS oder der Wirtschaftskammer. Geprüft am 19.07.2026.