Über 500 begleitete Gründungen in Österreich
Rechtsformen

Welche Rechtsform passt zu deinem Vorhaben?

Die Rechtsform entscheidet über Haftung, Kapitalbindung und laufenden Aufwand. Die Frage ist nicht, was am professionellsten klingt, sondern was zu deinem Risiko passt.

  • Geprüft am
  • 6 Abschnitte
  • 7 Min Lesezeit
In zwei Fragen
Gründest du allein oder mit anderen?
Soll die Haftung beschränkt sein?
Daraus wird

Einzelunternehmen

Kein Kapital, kein Notar, kein Firmenbuch. Die Gewerbeanmeldung genügt — deshalb ist es die häufigste Form in Österreich.

Einzelunternehmen

Zwei von fünf Fragen. Kapital, Beteiligung und Umfang verfeinern das Ergebnis — die stellt der Rechtsformfinder.

4
Formen im Vergleich
82,8 %
gründen als Einzelunternehmen
10.000 €
Mindeststammkapital GmbH
0 €
Kapital beim Einzelunternehmen

Verteilung: WKO-Neugründungsstatistik 2025. Mindeststammkapital seit der GmbH-Novelle 2024.

Direktvergleich

Die vier Formen, die für Gründungen wirklich zählen.

Eine Vergleichstabelle zeigt alles gleichzeitig und überlässt die Auswertung dir. Diese hier nicht: Sag, was deine Form können muss, und sie nimmt zurück, was nicht infrage kommt — mitsamt dem Merkmal, aus dem der Ausschluss folgt. Ausgeblendet wird nichts.

Was muss deine Form können?
Rechtsformenerfüllen deine Auswahl

4 von 4 Rechtsformen erfüllen deine Auswahl.

Einzelunternehmen, GmbH, OG und FlexCo nach Haftung, Mindestkapital, Gründung, Buchhaltung und Personenzahl.
KriteriumEinzelunternehmenGmbHOGFlexCo
HaftungUnbeschränkt, auch mit dem PrivatvermögenBeschränkt auf das GesellschaftsvermögenAlle unbeschränkt und solidarischBeschränkt auf das Gesellschaftsvermögen
MindestkapitalKein MindestkapitalAb 10.000 € Stammkapital, die Hälfte barKein MindestkapitalAb 10.000 € Stammkapital
GründungGewerbeanmeldung, kein NotarNotariatsakt und Firmenbuch-EintragungGewerbeanmeldung und FirmenbuchNotariell, Firmenbuch-Eintragung
BuchhaltungEinnahmen-Ausgaben-Rechnung möglichDoppelte Buchführung, BilanzierungJe nach Umsatz Einnahmen-Ausgaben-RechnungDoppelte Buchführung, Bilanzierung
PersonenGenau eine PersonAb einer Person möglichMindestens zwei PersonenAb einer Person möglich

Gefiltert wird nur nach Strukturmerkmalen, die rechtlich feststehen. Was hier übrig bleibt, ist eine Vorauswahl und keine Empfehlung: Umsatz, Risiko und Beteiligung verfeinern das Bild, und ausgeblendet wird nichts — jede Spalte bleibt lesbar und anklickbar.

Wofür du dich entscheidestWas daraus jedes Jahr folgt
Einzelunternehmen
Einnahmen-Ausgaben-Rechnung. Kein Jahresabschluss, keine Offenlegung, keine Bilanz.
Offene Gesellschaft
Je nach Umsatz ebenfalls Einnahmen-Ausgaben-Rechnung — dafür haften alle Gesellschafter unbeschränkt und solidarisch.
GmbH
Doppelte Buchführung, Jahresabschluss und Offenlegung im Firmenbuch. Das ist der Preis für den Haftungsschutz.
FlexCo
Dieselben Pflichten wie die GmbH, zusätzlich die Dokumentation der Unternehmenswert-Anteile.

Haftungsschutz gibt es nicht ohne laufenden Aufwand — das ist der eigentliche Tausch. Keine Wertung, keine Empfehlung: Was für dich richtig ist, hängt an deinem Risiko.

Rechtsstand und QuellenGeprüft am
Mindeststammkapital
GmbH und FlexCo 10.000 €, seit der Novelle 2024
FlexCo
Als Rechtsform verfügbar seit 2024
Verteilungszahlen
WKO-Neugründungsstatistik 2025

Diese Übersicht ist eine Orientierung und ersetzt keine Rechts- oder Steuerberatung.

Zwei Formen, direkt gegenübergestellt

Wähl die beiden Formen, zwischen denen du stehst. Unten steht der eine Unterschied, an dem die Entscheidung in der Praxis hängt.

Meist die Wahl
Haftung
Unbeschränkt, auch mit dem Privatvermögen
Mindestkapital
Kein Mindestkapital
Gründung
Gewerbeanmeldung, kein Notar
Buchhaltung
Einnahmen-Ausgaben-Rechnung möglich
Personen
Genau eine Person
Haftung
Beschränkt auf das Gesellschaftsvermögen
Mindestkapital
Ab 10.000 € Stammkapital, die Hälfte bar
Gründung
Notariatsakt und Firmenbuch-Eintragung
Buchhaltung
Doppelte Buchführung, Bilanzierung
Personen
Ab einer Person möglich
Der Unterschied, auf den es ankommt

Haftung gegen laufenden Aufwand

Das ist der eine Tausch, um den es hier geht. Die GmbH trennt dein Privatvermögen vom Unternehmen, das Einzelunternehmen tut das nicht. Bezahlt wird dieser Schutz nicht bei der Gründung, sondern jedes Jahr danach: mit doppelter Buchführung, Jahresabschluss und Offenlegung im Firmenbuch.

Wann es kippt

Sobald ein einzelner Auftrag dich im Schadensfall privat ruinieren könnte, oder wenn Auftraggeber die Kapitalgesellschaft voraussetzen.

Einzelunternehmen ansehen

Blass gesetzte Werte sind bei beiden Formen gleich — die Entscheidung fällt in den hellen.

Strukturmerkmale, keine Rechtsberatung. Welche Form in deinem Fall passt, hängt zusätzlich an Umsatz, Risiko und Beteiligung — danach fragt der Rechtsformfinder.

Was die Wahl bedeutet

Der Unterschied liegt im Weg, nicht im Namen.

Eine Merkmalstabelle sagt, was gilt. Sie sagt nicht, wie viele Termine dazwischen liegen. Genau darin unterscheiden sich die Formen am deutlichsten: Das Einzelunternehmen ist nach drei Stationen startklar, die Kapitalgesellschaft nach sechs — und drei davon hängen an fremden Kalendern.

Einzelunternehmen

3 Stationen

Alle bei Behörden, keine davon terminabhängig.

  1. Gewerbe anmelden

    Bezirksverwaltungsbehörde, oft am selben Tag

  2. SVS melden

    Pflichtversicherung, fristgebunden

  3. Finanzamt

    Tätigkeit melden, Steuernummer

Danach bist du handlungsfähig

Ab dem Einlangen der vollständigen Gewerbeanmeldung darfst du bei einem freien Gewerbe tätig werden. Konto und Buchhaltung sind ab hier sinnvoll, aber keine Voraussetzung.

GmbH

6 Stationen

3 davon bei Notar, Bank und Gericht — deren Kalender bestimmt den Zeitplan.

  1. Gesellschaftsvertragfremder Termin

    Notariatsakt beim Notar

  2. Bankkontofremder Termin

    Stammkapital einzahlen, Bestätigung holen

  3. Firmenbuchfremder Termin

    Anmeldung, Eintragung — erst damit existiert die GmbH

  4. Gewerbe anmelden

    nach der Eintragung, ggf. mit Geschäftsführer

  5. Finanzamt

    steuerliche Erfassung, UID

  6. SVS oder ÖGK

    je nach Stellung der Geschäftsführung

Vorher existiert sie nicht

Bis zur Eintragung ins Firmenbuch gibt es die Gesellschaft nicht. Verträge, die du in dieser Phase schließt, treffen dich persönlich.

82,8 %

aller Neugründungen in Österreich sind Einzelunternehmen. Wer unsicher ist, liegt mit der einfachsten Form statistisch selten falsch.

Quelle: WKO-Neugründungsstatistik 2025

Häufigster Fehler

Die Rechtsform als Statusfrage behandeln

„GmbH klingt professioneller“ ist der teuerste Satz in diesem Themenfeld. Die Rechtsform ist eine Risiko- und Kostenentscheidung, keine Visitenkarte. Wer ohne Haftungsrisiko und ohne Gesellschafter eine GmbH gründet, zahlt jedes Jahr für Bilanzierung und Offenlegung — für einen Schutz, den er nicht braucht.

Was es kostet

Nicht der Preis unterscheidet die Formen, sondern die Posten.

Wir nennen hier bewusst keine Beträge. Notartarif und Gerichtsgebühren hängen vom Einzelfall ab und ändern sich, eine erfundene Summe wäre im Jahr darauf falsch. Was sich nicht ändert, ist die Struktur: Beim Einzelunternehmen gibt es keinen Notarposten, weil er schlicht nicht existiert.

Einzelunternehmen

4 Posten, davon 2 extern

  • GewerbeanmeldungFremdkosten
  • NeuFöG-ErklärungErsparnis
  • SVS-AnmeldungFremdkosten
  • Beratung und AbwicklungFixpreis
GmbH

5 Posten, davon 3 extern

  • StammkapitalFremdkosten
  • NotariatsaktFremdkosten
  • Firmenbuch-EintragungFremdkosten
  • Beratung, Koordination, AnmeldungenFixpreis
  • NeuFöG-BefreiungErsparnis
OG

4 Posten, davon 2 extern

  • GewerbeanmeldungFremdkosten
  • Firmenbuch-EintragungFremdkosten
  • GesellschaftsvertragFixpreis
  • NeuFöG-ErklärungErsparnis
FlexCo

5 Posten, davon 3 extern

  • StammkapitalFremdkosten
  • Notarielle ErrichtungFremdkosten
  • Firmenbuch-EintragungFremdkosten
  • Beratung inkl. Beteiligungs-SetupFixpreis
  • NeuFöG-BefreiungErsparnis
Fremdkosten — gehen direkt an Notar, Gericht oder BehördeUnser Teil — im Paketpreis enthaltenEntfällt oder sinkt, wenn das NeuFöG greiftKosten durchrechnen
Aus der Praxis

Vier Fälle, wie sie wirklich vorkommen.

Aus über 500 begleiteten Gründungen wiederholen sich vier Konstellationen. Wer sich in einer davon erkennt, hat die Frage im Wesentlichen beantwortet.

Einordnung aus der Begleitpraxis, keine Rechts- oder Steuerberatung. Wer Mitarbeiter beschäftigt, Förderungen beantragt oder mit Auslandsbezug gründet, hat zusätzliche Kriterien im Spiel.

Wenn die Form steht

Den Rest machen wir.

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Häufige Fragen
Welche Rechtsform ist die beste für eine Gründung?

Es gibt keine beste, nur eine passende. Über 80 Prozent aller Neugründungen in Österreich sind Einzelunternehmen, weil sie ohne Kapital, ohne Notar und ohne Firmenbuch auskommen. Die GmbH wird sinnvoll, sobald du deine Haftung beschränken willst, Gesellschafter aufnimmst oder Auftraggeber eine Kapitalgesellschaft erwarten — und sie kostet dafür dauerhaft mehr Buchhaltung.

Was braucht man, um eine Firma zu gründen?

Bei einem Einzelunternehmen: eine Tätigkeit, die du einordnen kannst, die Gewerbeanmeldung bei der Bezirksverwaltungsbehörde und danach die Meldungen bei SVS und Finanzamt. Bei einer Kapitalgesellschaft kommen Gesellschaftsvertrag, Notariatsakt, Stammkapital auf einem Bankkonto und die Firmenbuch-Eintragung dazu. Kapital brauchst du nur im zweiten Fall.

Kann ich die Rechtsform später wechseln?

Ja. Die Einbringung eines Einzelunternehmens in eine GmbH ist ein etablierter Vorgang und unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich begünstigt. Deshalb ist es selten klug, die Gründung monatelang an der Rechtsformfrage aufzuhalten — die Entscheidung ist nicht endgültig, nur der Zeitpunkt kostet.

Ist ein Einzelunternehmen eine juristische Person?

Nein. Ein Einzelunternehmen ist eine natürliche Person, die unternehmerisch tätig ist — es gibt keine Trennung zwischen dir und dem Unternehmen. Juristische Personen sind GmbH und FlexCo: Sie sind selbst Träger von Rechten und Pflichten, und genau daraus folgt die Haftungsbeschränkung.

Wer kann eine GmbH gründen?

Jede natürliche oder juristische Person, auch allein — die Ein-Personen-GmbH ist zulässig. Voraussetzung sind das gesetzliche Mindeststammkapital, ein notariell errichteter Gesellschaftsvertrag und die Eintragung ins Firmenbuch. Für die gewerbliche Tätigkeit braucht die GmbH zusätzlich eine Gewerbeberechtigung.