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Was Steuerberatung kostet

Verbindliche Honorartarife für Steuerberatung gibt es in Österreich seit Jahren nicht mehr — Preise werden frei vereinbart. Was den Betrag treibt, sind Rechtsform, Belegmenge und die Frage, wie vorbereitet du ankommst.

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Zwei Personen besprechen Unterlagen in einem hellen Beratungsraum.Geld & Förderung
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  1. 01Warum es keine Preisliste gibt
  2. 02Was den Preis tatsächlich treibt
  3. 03Pauschale oder Stundensatz
  4. 04Was du selbst machen kannst — und was nicht
  5. 05So machst du Angebote vergleichbar
  6. 06Häufige Fragen

Warum es keine Preisliste gibt

Wer nach Steuerberaterkosten sucht, sucht eine Tabelle. Es gibt keine, und das hat einen Grund: Verbindliche Honorartarife wurden als wettbewerbsbeschränkend aufgehoben. Seither vereinbaren Kanzlei und Mandant frei — nach Stunde, nach Pauschale oder nach einer Mischung. Wer im Netz konkrete Beträge findet, liest entweder alte Tarife, ausländische Werte oder Marketing. Was sich seriös sagen lässt, ist nicht der Preis, sondern was ihn bestimmt.

Ein Angebot ohne beschriebenen Leistungsumfang ist keine Zahl, sondern eine Zahl mit unbekannter Einheit. Vergleichbar wird es erst, wenn beide Seiten dasselbe meinen.

Was den Preis tatsächlich treibt

Vier Faktoren erklären fast jeden Unterschied. Erstens die Gewinnermittlung: Eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung braucht weniger Arbeitsschritte als eine Bilanz mit Jahresabschluss und Offenlegung — das ist auch der Grund, warum die Rechtsform über die Jahre gerechnet mehr kostet als bei der Gründung sichtbar wird. Zweitens die Belegmenge, gemessen in Buchungszeilen und nicht in Umsatz. Drittens der Zustand der Unterlagen. Viertens die Zusatzleistungen: Lohnverrechnung, Umsatzsteuervoranmeldungen, Beratung im Jahresverlauf sind einzeln kalkulierte Pakete, keine Zugaben.

Die vier Preistreiber

Reihenfolge nach Gewicht, nicht nach Sichtbarkeit im Angebot.

Gewinnermittlung
Bilanz kostet strukturell mehr als Einnahmen-Ausgaben-Rechnung
Belegmenge
Gerechnet wird in Buchungszeilen, nicht in Umsatz
Zustand der Unterlagen
Vorsortiert und digital senkt den Aufwand messbar
Zusatzleistungen
Lohnverrechnung und laufende Beratung sind eigene Pakete

Pauschale oder Stundensatz

Beide Modelle sind üblich, und beide haben eine klare Eignung. Die Pauschale passt, wenn dein Jahr planbar ist: gleichbleibende Belegmenge, keine Sondervorgänge, ein definierter Leistungskatalog. Der Stundensatz passt, wenn viel Unklares dabei ist — Umgründung, Betriebsprüfung, erstmalige Auslandsumsätze. Der Fehler ist nicht die Wahl des Modells, sondern eine Pauschale ohne Leistungsbeschreibung: Sie fühlt sich sicher an und wird beim ersten Sonderfall zur Diskussion.

Was du selbst machen kannst — und was nicht

Die laufende Belegerfassung kannst du übernehmen, und sie ist der Posten, an dem sich am meisten sparen lässt. Der Jahresabschluss, die Steuererklärungen und alles, was Auslegung erfordert, gehören in die Kanzlei — nicht aus Vorschrift, sondern weil ein Fehler dort teurer ist als das Honorar. Was viele unterschätzen: Ein gutes Gespräch im Oktober über den Gewinnfreibetrag zahlt sich häufiger aus als jede Verhandlung über den Stundensatz.

So machst du Angebote vergleichbar

  1. 1

    Leistungsumfang schriftlich festhalten, bevor du Angebote einholst: laufende Buchhaltung, UVA, Jahresabschluss, Lohnverrechnung, Beratung.

  2. 2

    Belegmenge realistisch schätzen — Buchungszeilen pro Monat, nicht Umsatz.

  3. 3

    Bei mindestens drei Kanzleien anfragen und dasselbe Papier vorlegen.

  4. 4

    Nach dem Modell fragen: Pauschale, Stundensatz oder Mischung, und was jeweils NICHT enthalten ist.

  5. 5

    Klären, wer die Belege erfasst — das ist der größte einzelne Kostenblock, den du beeinflussen kannst.

Häufigster Fehler

Nach dem Preis fragen, ohne den Umfang zu nennen

Die häufigste Ursache für böse Überraschungen ist kein zu teurer Berater, sondern ein Vergleich zwischen zwei verschiedenen Leistungen. Die eine Pauschale enthält die Umsatzsteuervoranmeldungen, die andere nicht; die eine rechnet die Lohnverrechnung mit, die andere stellt sie je Dienstnehmer dazu. Wer denselben Leistungskatalog vorlegt, bekommt vergleichbare Zahlen — und erkennt zum ersten Mal, worin sich die Angebote wirklich unterscheiden.

Aus der Begleitung, nicht aus dem Merkblatt.

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Häufige Fragen
Was kostet ein Steuerberater in Österreich?

Es gibt keine verbindlichen Tarife mehr; Honorare werden frei vereinbart. Der Betrag hängt vor allem an der Gewinnermittlung — eine Bilanz kostet strukturell mehr als eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung —, an der Belegmenge, am Zustand der Unterlagen und daran, welche Zusatzleistungen enthalten sind. Vergleichbar werden Angebote nur über einen identischen Leistungskatalog.

Ist eine Pauschale oder ein Stundensatz besser?

Eine Pauschale passt bei planbarem Jahr und definiertem Leistungsumfang. Ein Stundensatz passt, wenn Sondervorgänge zu erwarten sind — Umgründung, Betriebsprüfung, erste Auslandsumsätze. Entscheidend ist nicht das Modell, sondern dass schriftlich steht, was enthalten ist.

Kann ich die Buchhaltung selbst machen und Kosten sparen?

Ja, die laufende Belegerfassung ist der Posten mit dem größten Einsparpotenzial. Jahresabschluss und Steuererklärungen gehören trotzdem in die Kanzlei. Wichtig ist die Absprache über das Format: Vorsortierte, digital gelieferte Belege senken den Aufwand, unstrukturierte Ablieferung erhöht ihn wieder.

Brauche ich als Kleinunternehmer überhaupt einen Steuerberater?

Verpflichtend ist es nicht. Sinnvoll wird es, sobald Umsatzsteuerpflicht, Dienstnehmer oder eine Kapitalgesellschaft dazukommen. Für ein kleines Einzelunternehmen mit wenigen Belegen kann die Erstellung der Steuererklärung durch die Kanzlei einmal jährlich genügen.

Dieser Artikel ordnet ein und ersetzt keine Steuer- oder Rechtsberatung. Beträge, Grenzen und Fristen ändern sich; maßgeblich ist immer der Stand zum Zeitpunkt deiner Entscheidung.

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